Datum
12.03.2026

Er ist wohl das Thema in den Pausengesprächen und im Kollegenkreis: der Lohn. Wie denken wir darüber? Und vor allem: Was tun wir, um dem Thema die Schärfe zu nehmen?
Bereichstitel
Der zunehmend unverkrampftere Umgang mit dem Lohn ist Ausdruck des gesellschaftlichen Wandels. Gerade jüngere Generationen gehen offen damit um. Sie erwarten Vergleichbarkeit, frühe Klarheit im Bewerbungsprozess und Transparenz darüber, wie sich ihr Lohn zusammensetzt.
Plattformen wie Kununu, Jobs oder Lohnrechner und natürlich die sozialen Medien holen das Thema endgültig aus der Tabuzone. Der Trend ist klar:
Mehr Lohntransparenz
Schon seit Jahren veröffentlichen wir in den Stelleninseraten die Lohnbandbreite und gehören damit zu den Pionieren in der Schweiz. Das kommt bei den Stellensuchenden sehr gut an - die finanziellen Möglichkeiten sind abgesteckt, bevor beide Seiten viel Zeit ins Kennenlernen investieren.
2025 haben wir auch in der internen Lohntransparenz einen grossen Schritt gemacht. Allen Mitarbeitenden wurde kommuniziert,
- nach welchen Kriterien (unter anderem Ausbildung, Erfahrung, Anspruchsniveau) wir ihre Stelle analytisch bewerten,
- in welches von 8 Lohnbändern sie eingestuft sind und wie hoch die Minimal- und Maximallöhne sind, und ausserdem
- in welchem Lohnband die anderen über 400 Mitarbeitenden eingestuft sind.
Jetzt wissen also alle voneinander, in welchem Lohnband die eigene und die Funktion der anderen eingestuft sind.
Erfolgreiche Transparenzoffensive
«Vor dieser Öffnung hin zu einer weitgehenden internen Lohntransparenz hatten wir schon ein wenig Respekt», gibt HR-Leiterin Daniela Burkhard zu. Darum boten sie und ihr Team eine «Lohnsprechstunde» an, um Unklarheiten aufzuklären und allfällige Diskussionen aufzufangen. «Diese wurde aber kaum nachgefragt», schaut Daniela zurück. «Das hat mich etwas erstaunt, aber vor allem auch gefreut. Denn offenbar ist es uns gelungen, die doch nicht ganz so einfache Systematik verständlich zu erklären.»
Der Lohn ist nun bei internen Diskussionen viel weniger ein Thema als früher. Die Forschung bestätigt unseren Kurs. Studien, unter anderem der Universität Luzern, zeigen, dass transparente Lohnsysteme die Arbeits- und Lohnzufriedenheit erhöhen und einen Kulturwandel unterstützen. Entscheidend, schreiben die Autorinnen, ist dabei nicht etwa die frankengenaue Offenlegung der Löhne, sondern ein verständliches, nachvollziehbares und faires Lohnsystem.
Gleichbehandlung von Frauen und Männern
Fairness ist ein gutes Stichwort: Wir achten genau darauf, dass es bei der Festsetzung und der Entwicklung der Löhne nicht zu Diskriminierung kommt. So darf gerade das Geschlecht keine Rolle spielen. Wir überprüfen das jedes Jahr mit Logib, dem Analysetool des Bundes, und lassen uns die (seit Jahren schon ausgezeichneten!) Resultate von unabhängiger Seite attestieren.
Für HR-Chefin Daniela Burkhard steht fest: Klarheit nimmt dem Thema Lohn den Sprengstoff, stärkt das Vertrauen und fördert ein faires Miteinander.